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Archiv: Weiterbildung «Autismus» 2013

Im April 2013 hat das Wohnheim Hirsacker eine öffentliche Weiterbildung zum Thema Autismus durchgeführt.

 

Zielpublikum: Eltern und alle Personen, die im Autismusspektrum arbeiten.

 

Datum: 15. bis 19. April 2013, insgesamt 35 Stunden

 

Rückblick und Fazit Weiterbildung «Autismus»:
Fünf intensive und hochinteressante Weiterbildungstage liegen bereits wieder hinter uns, in denen wir unser Wissen über Autismus vertiefen konnten.
Durch das grosse Fachwissen der Dozentin Frau Dierstein, mit Hilfe von Videos und Erfahrungsberichten von Autisten konnten wir sehr eindrücklich erfahren, mit welchen Schwierigkeiten Menschen mit Autismus in ihrem Alltag konfrontiert sind und wie komplex ihre Situation ist.

 

Unser Verständnis für Autisten und ihre Verhaltensweisen leiten wir von dem ab, was wir sehen, nicht aber, was Autisten wirklich erleben, da sie es uns nicht mitteilen können. Reizüberflutung zum Beispiel kann zu schwierigem Verhalten und Autoaggression führen, welches für uns meist unverständlich ist, oft aber eine Schutzfunktion hat. «Viele Menschen mit Autismus betrachten ihre sensorische Verarbeitung als ein grösseres Hindernis als ihre Probleme in der Kommunikation oder im sozialen Verhalten.» 

 

Wir müssen versuchen, die Welt von Autisten von innen heraus zu verstehen und die Ursache des herausfordernden Verhaltens zu finden. Erst dann werden uns die eigenartigen Verhaltensweisen verständlicher.
Es wurde uns klar, dass wir ohne fortlaufende Weiterbildung im Bereich Autismus diesen Menschen in der Begleitung und Unterstützung im Alltag kaum gerecht werden können.

Referentin: Frau Elspeth Dierstein, ausgebildet in Orthopädagogik, Fachperson im Bereich Autismus, Dozentin an der Universität Groningen in Holland, Agogische Leitung an der Institution Foyer d'Accueil Médicalisé (F.A.M.) in Belgien, einer Einrichtung für erwachsene Menschen mit einer Autismus-Spektrum Störung.

Frau Dierstein verfügt über viele Erfahrungen im Weiterbildungsbereich zum Thema Autismus.

 

Ziel der Weiterbildung: Die Kursteilnehmerinnen erhalten ein vertieftes Basiswissen über die Besonderheiten der Entwicklung von Menschen, die von Autismus betroffen sind. Sie lernen die kognitiven Eigenarten von Menschen mit einer Autismusspektrum Störung und gezielte Förderstrategien kennen. Am Ende der Weiterbildung sind die Kursteilnehmer in der Lage, angepasste, individuelle Unterstützungs-Programme für Menschen mit Autismus zu formulieren.

 

Ablauf

1. Tag: Theoretische Einführung ins Thema Autismus

Klinische Beschreibung von Autismus, aktuelles Wissen über die Entwicklung des Gehirns, neuropsychologische Eigenarten bei Menschen mit Autismus

 

2. Tag: Vom theoretischen Verständnis zur Handlung

Kognitive Eigenarten und sensorische Besonderheiten. Auswirkungen auf Beziehungen und Lernprozesse. Arbeit mit Zielen, Sozialisation, Autonomie, Verhalten, Voraussetzung und Verhalten bei Aktivitäten (Freizeit)

 

3. Tag: Kommunikation

Kommunikation beobachten, Anwendung alternativer Kommunikationsmittel (Objekt, Bilder, Fotos usw.), informelle Evaluationen und daraus ableitend die Gestaltung der Umgebung, visuelle Hilfsmittel

 

4. Tag: Spezifische Lernstrategien

Fördersituationen am Tisch, Arbeit mit Motivatoren, selbständiges Arbeiten, Präsentation formeller Evaluationsmethoden, AAPEP; Vineland

 

5. Tag: Individuelles Agogisches Projekt

Wiederholung der grundlegenden Prinzipien, Auswahl und Formulierung von Zielen